BSE+Hirnbein   

Nach oben BSE+Hirnbein BSE-Diagnose

                                                          
                                                                                                              Vorwort
Von BSE oder dem Rinderwahnsinn haben Sie gehört. Von Carl Hirnbein vielleicht. Doch von dem Zusammenhang zwischen Carl Hirnbein und BSE? Vergebens, dass Sie ringsum wissenschaftlich schweifen: nichts werden Sie zu diesem Thema finden.

Doch das ist ab heute Schnee von gestern. Der folgende Artikel ist eine beinharte Antwort auf die Frage: Was hat Carl Hirnbein mit BSE zu tun? Eine vorurteilsfreie, schonungslose wissenschaftliche Abhandlung über Hintergrund, Irrwege und Chancen, wie das Allgäu den früheren Charakter einer blühenden Flachs- und Hanflandschaft zurückgewinnen kann. Der Autor darf sich rühmen, als erster den Zusammenhang zwischen Carl Hirnbein und BSE erkannt und sine ira et studio untersucht zu haben. 

                                                                                                            Hintergrund
BSE? Kennen wir. Aber wer war Carl Hirnbein? 1807 in Wilhams geboren, einem kleinen Allgäuer Bauerndorf. 886 m über NN. 10 km nordwestlich von Immenstadt. Sein Vater Johann, durch das ererbte Gut und den Vieh- und Käsehandel reich geworden, schickte ihn schon in jungen Jahren ins Ausland. Dort  sollte er die Kunst der Käseherstellung erlernen. Italien, Schweiz, Belgien Holland und England waren die Stationen.

Bis hierher schön und gut. Aber eine unglückliche Fügung wollte es, dass er in der Gegend von Limburg in Belgien die Weichkäseherstellung kennen lernte: "haltbaren Käse mit wenig Milch", wie er seiner Frau Anna Marie schrieb. Flugs kehrte er um und hob in diesem Haus in Wilhams mit der Nr. 1 1/2  im Jahre1830 seinen ersten Stinkerkäse nach Limburger Art aus der Taufe. Und von dieser Stelle aus nahm das Schicksal seinen Lauf, das uns 170 Jahre später die Krise bescherte.

Die Allgäuer Bauern folgten Hirnbeins Beispiel und fuhren voll auf die Weichkäseherstellung ab. Der Limburger wurde wegen seiner Haltbarkeit zu einem Exportschlager. Außerdem propagierte Hirnbein den Ausbau der Bewässerungs- und Güllewirtschaft - nicht von ungefähr, gehörten ihm doch über 1.000 ha des Alpenvorlands, was ihm den Namen "Alpkönig" eintrug. Durch seine neuen Methoden wurden Futtererträge und Viehbestand teilweise verzehnfacht, was zur Folge hatte, dass die Milchwirtschaft den heimischen Flachs- und Hanfanbau sukzessive verdrängte. Die wegen billiger Baumwollimporte verarmten, jetzt wieder zu Wohlstand gekommenen Bauern priesen Hirnbein als den "Notwender" des Allgäus. Wie kurzsichtig, wie sich später herausstellen sollte!

Nicht nur der Weichkäse, auch der Tourismus hatte es Hirnbein angetan. Als "Eigenthümer der Grünten-Alpe" eröffnete er 1851 auf dem 1.738 m hoch gelegenen Grünten in der Nähe von Immenstadt das erste Touristenhotel im Allgäu: das Grüntenhaus. Seine Landsleute folgten auch hier seinem Beispiel. Heute kommen mehr Touristen ins Allgäu als es dort Allgäuer und geduldete Zugereiste hat. 
 

                                                                                                       Schlussfolgerung
Fakt ist, dass Carl Hirnbein mit seinem Limburger und Grüntenhaus zwei Lawinen losgetreten hat. Das Allgäu wird heute von Kühen und Touristen überschwemmt. Mit verheerenden Folgen für Land und Leute.

Hirnbein hat dem Allgäu den falschen Weg gewiesen.  Der genetische Fingerabdruck dieses Wegweisers unweit von Weitnau, wo Carl Hirnbein begraben liegt, beweist es. Wenn man das Infragelb-DNA-Spektrometer auf den Wegweiser richtet, wird auf dem Display der Fingerabdruck auf gelbem Hintergrund auch optisch sichtbar. Überzeugen Sie sich selbst. Statt nach rechts: "Flachs- und Hanfanbau" ist Hirnbein nach links abgebogen: "Weichkäse und Tourismus". Vielleicht hat ihn seine republikanisch-revolutionäre Gesinnung in den 1848/1849-Jahren in diese Richtung gewiesen. Ein folgenschwerer Irrtum, den jetzt die ganze Region auszubaden hat. Der gepriesene Lehrweg hat sich als Irrweg herausgestellt.

In nuce hat der  "Notwender" Carl Hirnbein keine Wende und keinen dauerhaft tragbaren wirtschaftlichen Aufschwung für das Allgäu gebracht. 

Logische Schlussfolgerung: Wäre Carl Hirnbein den richtigen Weg nach rechts gegangen, gäbe es im Allgäu keine Kühe. Und ohne Kühe gäbe es kein BSE. Und ohne das Grüntenhaus gäbe es auch keine Touristen. Quod erat demonstrandum. 


                                                                                                     Das Allgäu von heute

Ein Land, wo Milch, Käse und Butter fließen. Leuchtend gelber Löwenzahn auf grünen Almen. Kuhglockengeläute. Blumengeschmückter Viehscheid. Urlaub auf dem Bauernhof. Ein bayerisches Arkadien?

Schön wär's, wenn sich da nicht in letzter Zeit ein ganz anderer Ton unter das vertraute Muuuh gemischt hätte. Einige Rindviecher sehen ganz anders aus und hören sich auch anders an. Was ist denn bloß los? Die Wahrheit ist, dass im Allgäu relativ mehr Rindviecher von BSE befallen werden als im Bundesgebiet. Eine beängstigende Konzentration! Ja, warum denn? Ist es das Tiermehl, sind es die Milchaustauscher? Oder was? Vor solcher Geißel der Menschheit hat uns Carl Hirnbein, der "Bahnbrecher der Allgäuer Milchwirtschaft" mit seinem "überraschenden Weitblick" nicht gewarnt. 

Aber es kommt noch dicker: Demnächst soll von Touristen eine sogenannte Kuhtaxe in Höhe von € 500,00 pro Kuh und Jahr erhoben werden. Begründung: wenn die Touristen unsere Rindviecher sehen wollen, dann sollen sie auch dafür zahlen. Die Zugereisten haben bereits Tausende von Kühen in ihren ehemaligen Auswanderungsländern vorsorglich geleast und diese im Garten eingestellt. Allerdings hat der Bayerische Bauernverband eine Stellfläche von mindestens 2 qm verordnet. Eine Klage vor dem Augsburger Verwaltungsgericht ist bereits anhängig. Argument: der Gleichheitsgrundsatz wird verletzt, wenn eine Legehenne gesetzlich eine Lebensgrundlage von einer DIN A4-Seite beanspruchen darf, einem Rindviech dagegen großzügige 2 qm zugestanden werden, dann ist da etwas nicht in Ordnung. Aber auch wenn es bei 2 qm bleibt, ließe sich z.B. die Rente des Autors bei seiner Gartengrundfläche mehr als verdreifachen.

Und dann die Touristen! Mit ihren Autos verstopfen sie die Straßen, verpesten die Allgäuer Höhenluft und schleppen womöglich noch von ihren Urlaubsreisen nach Frankreich und Holland die Maul- und Klauenseuche ein.

Nein! So darf es nicht weitergehen! So kommen wir nicht zusammen! 
 

                                                                                                Das Allgäu von morgen
Wir brauchen keine Agrarwende, Renate. Kannst Du vergessen!  Wir brauchen weder eine Direktvermarktung, noch ein bayerisches Qualitätssiegel, Josef! Da lob ich mir den Franz Fischler aus Brüssel: "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden." Recht hat er! Was heißt das für die Region? Also: wir müssen das Rad der Geschichte im Allgäu nur um170 Jahre zurückdrehen. So einfach ist das!      

Als erstes muss Flachs- und Hanfsaat  her. Vielleicht aus der Türkei oder Afghanistan? Egal. Das Allgäu soll wieder so aussehen wie früher: Blaue Flachs- und gelb-grüne Hanflandschaften mit Bienen und Schmetterlingen, soweit das Auge reicht.

An den idyllischen Flussläufen der Iller und Wertach die sausenden durch Wasserkraft angetriebenen Webstühle, wo die Schifflein herüber hinüber schießen, die Fasern ungesehen fließen, ein Schlag tausend Verbindungen schlägt. Die Allgäuer werden endlich wieder han(f)dfestes Zeug auf dem Leib tragen. Billigimporte aus China oder Taiwan? Das ist etwas für Nicht-Bayern.

Auf Bergeshöhn klappernde durch Windkraft angetriebene Ölmühlen, die aus den Samen der Faserpflanzen das Funzelöl (lat. oleum carburanum oecologicum) extrahieren.

Unzählige mit diesem Öl befeuerte Öllampen tauchen die Allgäuer Alpen rund im die Uhr in ein ewiges Alpenglühn.

Und in den Tiefen der Berghöhlen? Da geht die Post erst richtig ab. Im hellen Schein riesiger Kandelaber kümmern sich hier flinke Hände um die edleren Teile der Hanfpflanze (canabis sativa). Zunächst wird für eine scharfe Trennung nach Geschlechtern gesorgt. Die männlichen Pflanzen fliegen raus: die weiblichen sind das Objekt der Begierde. Da ist für die Allgäuer nichts Neues zu erfahren, das kennen sie schon seit mehr als 170 Jahren.

Sorgfältig wird das Harz von den Pflanzen geschabt und tonnenweise in weitläufigen Apparaten verlutiert, kohobiert und destilliert. Das Endprodukt sieht aus wie ein schokoladenbrauner, halluzinogener Kuhfladen. Reinheitsgrad bis133,3 %! Auch die Blätter der Pflanze sind nicht zu verachten. Auf meterhohen Holzgestellen - Hoinzen heißt man sie hier - werden die Blätter getrocknet, zu zentnerschweren Ballen zusammengepresst und in weiße oder blaue PE-Schrumpffolie eingeschweißt. Wie heute das Silofutter für die Kühe. Tourismus? Darauf ist man nicht mehr angewiesen. Die Devise heißt jetzt: Allgäu den Allgäuern. Und den Zugereisten? - auch vielleicht. 


                                                                     Prognose der 5 Wirtschaftswaisen (oder -weisen?)

In kurzer Zeit wird dem Allgäu ein unvorstellbarer Reichtum und Wohlstand beschieden sein. Der weiteste Gedanke ist solchen Reichtums kümmerlichste Schranke. Eine gigantische, berauschende High-Tech-Offensive wird von der Region ausgehen. Das Allgäu wird weltweit zu einem der größten Exportländer für Hanf. Die Fahrt nach Holland können wir uns sparen. Bayern wird das reichste Bundesland sein. Das Gezeter um den Länderfinanzausgleich? Mit einem müden Lächeln unterschreibt der bayerische Finanzminister am Wochenende in seinem Feriendomizil in den Bergen Milliardenschecks an die Bundeskasse. Deutschland braucht keine Reformen! Worauf warten wir denn noch? Volle Kraft voraus! Auf geht's, Buam! Eure Kinder werden es Euch danken.